Heute möchte ich mit dir über das Thema Arbeit und Gehalt in Malta sprechen. Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch auf Malta einen Mindestlohn, der derzeit bei 4,82 Euro brutto pro Stunde liegt. Damit liegt er jedoch deutlich unter dem deutschen Wert von 12 Euro pro Stunde. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die meisten Löhne in Malta über dem Mindestlohn liegen, obwohl Malta im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eher im unteren Mittelfeld liegt. Zum Beispiel beträgt der Mindestlohn in Polen 4,87 Euro pro Stunde und in Portugal 4,50 Euro pro Stunde.
Urlaubstage
Jeder Vollzeitbeschäftigte in Malta hat Anspruch auf 24 bezahlte Urlaubstage pro Jahr, während es in Deutschland 20 Tage pro Jahr sind. Zusätzliche Urlaubstage können in Tarifverträgen oder individuellen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern festgelegt werden. Zusätzlich zu den Urlaubstagen gibt es in Malta 14 gesetzliche Feiertage pro Jahr, was zu den höchsten Werten in Europa gehört.
Einkommenssteuer
Die Einkommenssteuer in Malta ist gestaffelt und reicht von 0 bis 35 Prozent für Einzelpersonen. Das bedeutet, dass mit steigendem Einkommen auch der Steuersatz ansteigt. Für ein Jahreseinkommen unter 9.100 Euro fällt keine Steuer an, während der Spitzensteuersatz ab einem Einkommen von 60.000 Euro greift. Egal ob bei einem Unternehmen angestellt oder selbständig tätig, alle Einwohner Maltas müssen Einkommenssteuer entrichten. Ausländische Staatsangehörige, die in Malta leben und arbeiten, zahlen Steuern nur auf ihr in Malta erzieltes Einkommen.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote in Malta liegt derzeit bei sehr niedrigen 2,9 Prozent (Stand: Mai 2023). Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt beträgt rund 38.000 Euro und damit liegt Malta im mittleren Bereich im europäischen Vergleich. Berufe in den Bereichen Management, Finanzen und Luftfahrt sind besonders lukrativ, mit durchschnittlichen Bruttoverdiensten zwischen 48.000 und 51.500 Euro. In den Branchen Gastronomie und Dienstleistung liegen die durchschnittlichen Jahresgehälter hingegen bei etwa 22.500 Euro. Angestellte in Universitäten oder im öffentlichen Sektor verdienen ebenfalls weniger, im Durchschnitt etwa 26.000 Euro.
Kündigungsfristen
In Malta gelten Kündigungsfristen, die von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängen. Bei einer Betriebszugehörigkeit von weniger als sechs Monaten beträgt die Kündigungsfrist in der Regel eine Woche, während sie bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als vier Jahren einen Monat beträgt. Bei betriebsbedingten Kündigungen muss der Arbeitgeber die Dauer der Betriebszugehörigkeit berücksichtigen. Das bedeutet, dass bei betriebsbedingten Kündigungen zunächst den zuletzt eingestellten Mitarbeitern gekündigt wird. Wenn die Position innerhalb eines Jahres nach der Kündigung wieder verfügbar wird, hat die gekündigte Person ein Recht auf Wiedereinstellung.
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Im Krankheitsfall haben Arbeitnehmer in Malta ähnlich wie in Deutschland Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Die Dauer der Lohnfortzahlung variiert je nach Branchenverordnung und kann unterschiedlich ausfallen. Es ist erforderlich, dass dem Arbeitgeber ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorgelegt wird.
Elternzeit
Eltern von Kleinkindern haben in Malta die Möglichkeit, im Rahmen einer Elternzeit ihre berufliche Laufbahn zu unterbrechen. Dies gilt, wenn sie mindestens zwölf Monate lang bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind. Sowohl Väter als auch Mütter haben Anspruch auf Elternurlaub. Jeder Elternteil kann vier Monate Elternurlaub nehmen, solange das Kind bis zu acht Jahre alt ist. Bis August 2022 war dieser Urlaub unbezahlt. Seitdem erhalten die Eltern über einen Zeitraum von zwei Monaten einen Betrag, der sich an der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall orientiert und je nach Alter des Kindes variiert. Arbeitnehmerinnen haben während und unmittelbar nach der Schwangerschaft auch Anspruch auf Mutterschaftsurlaub. Dieser ist gesetzlich auf 18 Wochen festgelegt und in mindestens vier Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt aufgeteilt. Die restlichen acht Wochen können flexibel vor oder nach diesem Zeitraum genommen werden. Während der ersten 14 Wochen des Mutterschaftsurlaubs besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Rente
Das gesetzliche Renteneintrittsalter in Malta liegt seit 2014 bei 62 Jahren und wird schrittweise bis 2027 auf 65 Jahre angehoben. Die Höhe der Rente hängt von der durchschnittlichen Beitragszahlung und der Anzahl der geleisteten Beiträge ab. Die Höchstrente beträgt etwa 252 Euro pro Woche (Stand: 2022).
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Malta nicht nur Sonne, Meer und mediterrane Lebensart bietet, sondern auch arbeitsrechtliche Standards, die denen in Deutschland ähnlich sind. Dennoch ist es ratsam, bei einem Umzug nach Malta eine Jobzusage oder Ersparnisse mitzubringen, da der Mindestlohn niedrig ist und die Gehälter generell etwas geringer ausfallen können.
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